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02 | 2021
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© Marmaduke St. John / Alamy Stock Photo

Umwelt, Soziales und Unternehmensführung

Gebäude und Infrastruktur auf dem Stand der Technik zu errichten ist die Kernaufgabe eines Bauunternehmens. Doch dies allein reicht nicht, um dauerhaft erfolgreich zu sein. Umwelt, Sozial- und Governance-Aspekte (ESG) zu berücksichtigen ist bereits heute ein entscheidender Faktor für HOCHTIEF.

UMWELT

Im Bemühen um mehr Nachhaltigkeit in der Bauindustrie bewegt HOCHTIEF schon seit Jahren viel. Dies zeigt sich unter anderem darin, dass das Unternehmen seit 15 Jahren im Dow Jones Sustainability Index gelistet ist. Beim Klimaschutz gehört HOCHTIEF zu „Europe’s Climate Leaders 2021“, basierend auf einer Untersuchung der Financial Times und des Forschungsunternehmens Statista. HOCHTIEF, so das Ranking, zähle zu den herausragenden Unternehmen, die ihre Emissionen im Verhältnis zu ihrem Umsatz erfolgreich reduzieren konnten. Doch um die Ziele des Pariser Klimaabkommens von 2015 zu erreichen, wird HOCHTIEF weiter an seiner Nachhaltigkeitsstrategie arbeiten und zunächst bis 2025 eine weitere Offensive starten.

Ein Bereich, der künftig immer wichtiger wird, ist „Green Infrastructure“. Hier gibt es weltweit erst wenige Versuche, über entsprechende Zertifikate Fortschritte zu erzielen. HOCHTIEF engagiert sich an verschiedenen Stellen, um auch für den Bau von Straßen, Brücken oder Tunneln neue Normen zu entwickeln und zu etablieren. Dabei arbeitet das Unternehmen mit führenden Zulieferern und Nachunternehmern zusammen, um den ökologischen Fußabdruck der eingesetzten Maschinen und Materialien deutlich zu verbessern. Ein zentraler Aspekt ist zudem der Einsatz von Wasserstoff für die Stahl- und Betonproduktion, um den CO₂-Fußabdruck zu verkleinern.

Technologische Fortschritte werden einen wesentlichen Beitrag leisten, die ESG-Strategie umzusetzen. Die HOCHTIEF-Innovationsgesellschaft Nexplore ist Teil des Climate and Sustainability Consortium am Massachusetts Institute of Technology. Diese Allianz führender Unternehmen wie Apple, IBM, Boeing, Dow und PepsiCo zielt mit ihrem breiten Branchenspektrum darauf ab, groß angelegte, reale Lösungen umzusetzen. Das Ziel: die Bedrohung durch den Klimawandel zu bewältigen; der Prozess, Lösungen zu finden, soll erheblich beschleunigt werden.

MEHR ALS 800 GREEN-BUILDING-PROJEKTE HAT DER HOCHTIEF-KONZERN BISLANG REALISIERT

Über Nexplore arbeitet HOCHTIEF daran, Bauprozesse nachhaltiger, effizienter und auch deutlich kostengünstiger zu gestalten. Blockchain, künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen und weitere digitale Innovationen werden dabei helfen, neue Abläufe umzusetzen und die doppelte — grüne und digitale — Transformation von HOCHTIEF zu beschleunigen.

MARCELINO FERNÁNDEZ VERDES, VORSITZENDER DES VORSTANDS VON HOCHTIEF:
„HOCHTIEF IST EINER DER WELTWEIT FÜHRENDEN INFRASTRUKTURKONZERNE IN BEZUG AUF UMWELT-, SOZIAL- UND GOVERNANCE-THEMEN (ESG). NACHHALTIGKEIT IST EINES UNSERER WICHTIGSTEN PRINZIPIEN FÜR DIE ART, WIE WIR UNSER GESCHÄFT ANGEHEN, UND EIN ECKPFEILER UNSERER STRATEGIE. WIR WERDEN UNSERE BEMÜHUNGEN UM ÖKOLOGISCHE, SOZIALE UND GOVERNANCE-PRIORITÄTEN WEITER BESCHLEUNIGEN UND DABEI DIE DIGITALEN TECHNOLOGIEN NUTZEN, DIE WIR ENTWICKELN.“

SOZIALES

Hohe Standards bei Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, faire Bedingungen am Arbeitsplatz, angemessene Entlohnung sowie das Engagement gegen Diskriminierung und für gesellschaftliche Vielfalt sind zentral für das Selbstverständnis von HOCHTIEF. Die nordamerikanischen Tochtergesellschaften Turner und Flatiron zum Beispiel engagieren sich mit Nachdruck für gesellschaftliche Vielfalt, etwa angesichts der Black-Lives-Matter Proteste. Rassismus und Diskriminierung werden in beiden Unternehmen, aber auch in allen anderen HOCHTIEF-Einheiten, nicht geduldet.

Die Branchenzeitschrift Construction Dive kürte Turner im Dezember 2020 für seine Vorreiterrolle zum „Unternehmen des Jahres“. Turner habe mit seiner eindeutigen Haltung eine Vorbildfunktion in der Branche eingenommen und gezeigt, wie man auf rassistische Einstellungen und Handlungen auf Baustellen reagiere, hieß es in der Würdigung.


Durch sein gesellschaftliches Engagement unterstützt HOCHTIEF lokale Gemeinschaften im Umfeld der Baustellen und darüber hinaus. Insbesondere die Kooperation mit der US-Nichtregierungsorganisation Bridges to Prosperity, durch die Fußgängerbrücken gebaut werden, sorgt dafür, dass viele Menschen in ärmeren Ländern besseren Zugang zu Gesundheitseinrichtungen erhalten.

UNTERNEHMENSFÜHRUNG

Nachhaltiger, dauerhafter Unternehmenserfolg lässt sich nur erzielen, wenn die Interessen aller Stakeholder beachtet werden. Das Einbeziehen der ESG-Kriterien ist hierbei weit fortgeschritten. Diese Ziele sind bereits ein Teil der variablen Vergütung des Vorstands, die 60 Prozent von dessen Direktvergütung ausmacht. Die auf ESG spezialisierte Ratingagentur Sustainalytics listet HOCHTIEF in seinem globalen Nachhaltigkeitsranking deshalb auch als eines der Top-10-Unternehmen in der Bauindustrie.


Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt für HOCHTIEF ist es, die Compliance-Regeln einzuhalten. Allein im Jahr 2020 haben Mitarbeitende des Konzerns mehr als 87.500 Compliance-Schulungen absolviert — das sind im Durchschnitt fast zwei pro Person.

MEHR ALS 87.500 COMPLIANCE-SCHULUNGEN HABEN HOCHTIEF-MITARBEITENDE IM JAHR 2020 ABSOLVIERT.

Menschenrechtliche Risiken zu identifizieren und konzernweite Standards zu etablieren ist weltweit ein immer wichtigeres Anliegen. HOCHTIEF verstärkt sein Bestreben, auch Lieferanten und Nachunternehmer nach strengeren Maßstäben auszuwählen und zu überwachen. Mit der Benennung von Alexandra Albrecht-Baba zum Chief Human Rights Officer hat der Konzern einen zusätzlichen Schritt getan, um diese Aufgabe voranzutreiben.